Regionale Herkunft hat Geschmack.

Auch in Zukunft.

David Wachter aus Deutsch Schützen

David Wachter bewirtschaftet mit seiner Frau und seinen Eltern einen Weinbau- und Ackerbaubetrieb in Deutsch Schützen. Den Kund:innen wird eine breite Produktpalette an Weinen geboten. Begonnen beim klassischen Eisenberg DAC, hin zu Welschriesling, Frizzante, Beerenauslese, Eiswein oder Traubensaft. Vermarktet wird Großteils an Stammkunden im privaten Bereich und in der Gastronomie und an Vinotheken in der Umgebung. Auf Messen ist Familie Wachter ebenfalls vertreten, zum Beispiel auf der Genussmesse in Oberwart. Ein Ab-Hof Verkauf ist gegen Voranmeldung jederzeit möglich und die Weine können auch online per Mail einfach von zu Hause aus bestellt werden.

Arbeiten und wirtschaften in und mit der Familie wird bei den Wachters groß geschrieben. Bewirtschaftet wird soviel, dass man gut davon leben kann. Eine Vergrößerung des Betriebes in Zukunft ist nicht vorgesehen. Jeder Arbeitsschritt sei es im Weingarten, auf den Feldern oder im Weinkeller wird selbst und mit viel Sorgfalt durchgeführt. Viel Handarbeit führt zu Weinen hoher Güte. 

Die Trauben werden händisch geerntet. Hier hilft die gesamte Großfamilie, Freunde und Verwandte aus. Das gemeinsame Arbeiten macht Spaß und stärkt das Gemeinschaftsleben. Durch die sorgfältige Auswahl werden nur die besten Früchte geerntet und weiterverarbeitet. Die händische Auslese und der Standort in den Hügeln der Weinberge von Deutsch Schützen und der Pinkataler Weinstrasse bei Maria Weinberg in Gaas machen die hohe Qualität der Weine aus. Gleichzeitig ist für Familie Wachter wichtig, leistbare Preise an die Kund:innen weiterzugeben. Guter Wein soll auch für Menschen mit weniger Einkommen erschwinglich sein.

Neben dem praktischen Wissen und die Erfahrungen von zwei Generationen, auf die der Jungwinzer zurückgreifen kann, war für David auch eine gute fachliche Ausbildung wichtig. Er hat in Eisenstadt die landwirtschaftliche Fachschule für Weinbau absolviert und anschließend an der HBLA für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg maturiert. Somit ist David bestens auf den Beruf vorbereitet und für die Anforderungen der Zukunft gerüstet.

 

Im Interview erzählt mir David, warum er sich für den Beruf Winzer entschieden hat, was seinen Betrieb auszeichnet und was für ihn die größten Herausforderungen sind.

Carina Laschober-Luif: "Warum hast du dich für den Beruf Landwirt und Winzer entschieden?"

David Wachter: "Ich habe mich immer für die Landwirtschaft und den Weinbau interessiert - man kann sagen, dass mir der Beruf in die Wiege gelegt wurde. Mir gefällt, dass die Arbeit im Jahresverlauf vielfältig ist und die unterschiedlichen Tätigkeiten im Weingarten, in der Felderbewirtschaftung und im Weinkeller sehr abwechslungsreich sind. Am Ende des Tages sieht man im Garten und am Feld, und schmeckt man im Keller das Ergebnis seiner Arbeit. Wenn es auch noch den Kund:innen schmeckt, dann ist die Freude noch größer. Weitere Gründe, warum ich mich für die Landwirtschaft entschieden habe, ist die gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die ansonsten eher geringe Zahl an Arbeitsplätze, die es in unserer Region gibt. Durch den Einstieg in den Betrieb habe ich habe die Chance ergriffen und Vorhandenes, das meine Eltern und meine Vorfahren aufgebaut haben, genutzt und hoffe, dass meine Familie und ich auch in Zukunft gut davon leben können.

Carina Laschober-Luif: "Was zeichnet euren Betrieb aus?"

David Wachter: "Wir sind ein reiner Familienbetrieb, machen jeden Arbeitsschritt selber und sind immer nah am Geschehen dran. Wenn man beobachtet und kontrolliert kann man durch gezielte punktuelle Maßnahmen zB ein großflächiges Ausbreiten von Krankheiten und Schädlingen schnell eindämmen und verhindern. Ich kann auf die Erfahrung von zwei Generationen zurückgreifen und dieses Wissen hilft bei vielen Problemen weiter. Gleichzeitig sind mir auch Innovationen wichtig.

Wir haben eine sehr vielseitige Produktpalette und legen großen Wert auf ein gutes und faires Preis-Leistungsverhältnis. Die Kundennähe ist uns wichtig und Verkostungen und Betriebsbesuche sind nach kurzer telefonischer Anmeldung jederzeit möglich. Wir achten auf österreichische Waren bei Flaschen und Korken und kaufen sämtliche Vorprodukte, wenn es das Angebot gibt, heimisch ein. Außerdem nehmen wir Flaschen retour und nutzen diese nach einer umfassenden Reinigung wieder. 

Carina Laschober-Luif: "Mit welchen Herausforderungen kämpft ihr?"

David Wachter: "Wir würden gerne kleinere Umbauarbeiten am Betrieb durchführen. Die Kosten und Baupreise sind derzeit schwer einschätzbar und kalkulierbar und man weiß nicht, wo diese noch hinführen werden. Außerdem wird der Bürokratieaufwand immer mehr und beansprucht viel Zeit. 

Der Druck in Richtung biologische Wirtschaftsweise von Seiten der Landesregierung macht mir auch Sorgen. Es sollte jeder Betriebsführer selber entscheiden können, wie er oder sie den Betrieb bewirtschaftet.

Ebenso gibt mir der Strukturwandel zu denken. Die Betriebe müssen immer größer werden, um überlebensfähig zu sein und die kleinen Strukturen und Gemeinschaften gehen immer mehr verloren. Wir haben zum Beispiel eine Runde an Winzer:innen, die gegenseitig die Weine verkosten. Das ist sehr hilfreich, weil dadurch die Qualität abgesichert werden kann. Größere Betriebe sind an so einer Zusammenarbeit nicht interessiert und jeder bleibt alleine über.

Natürlich beschäftigen mich auch die großen Themen Corona und Ukraine Krieg. Man hat das Gefühl, dass sich die Gesellschaft immer mehr spaltet und das ist schade. 

Hier gibt's Informationen zum Betrieb  =>

 

Familie Wachter

Kapellenstraße 48

7474 Deutsch Schützen

 

 

www.wachterwein.at

Ich bin überzeugt: Regionale Herkunft hat Geschmack, auch in Zukunft. Die Lebensmittelerzeugung vor Ort bringt Sicherheit in der Versorgung, Wertschöpfung in die Regionen, sichert Arbeitsplätze und schont durch kurze Transportwege unser Klima. Damit unsere landwirtschaftlichen Familienbetriebe auch weiterhin ihre wertvolle Arbeit für die Gesellschaft erfüllen können, brauchen sie gute politische Rahmenbedingungen. Hier kann und muss auch das Land Burgenland aktiv werden. Dafür setze ich mich jetzt und auch in Zukunft ein!

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