Das Getreide

Bevor die Körnchen zu wachsen beginnen können, müssen wir sie säen. Diese Arbeit erledigt ein Landwirt aus der Nachbarortschaft für uns, da wir keine eigene Sämaschine haben. Es ist oft finanziell nicht möglich und auch nicht sinnvoll jede Maschine selber zu besitzen. 

Wir bauen Mais, Weizen, Gerste, Roggen, Triticale und Hafer an. Prinzipiell unterscheidet man zwischen Futtergetreide und Getreide, das als Lebens- und Genussmittel verwendet wird. Wir bauen hauptsächlich Futtergetreide an - das brauchen wir für unsere Tiere. Nur den Roggen bringen wir zum Müller und bekommen einen Teil der Ernte als Mehl zurück, damit wir damit unser Brot backen können. 

Kurze Zeit nach dem Säen beginnt das Getreidekörnchen zu keimen und es entwickelt sich ein Erstlingsblatt (Halm) und eine Wurzel daraus. Je nach Getreidesorte bilden sich zusätzliche Halme aus. So können mitunter aus einem Getreidekorn fünf Halme entstehen! Grundsätzlich unterscheidet man Sommergetreide und Wintergetreide. Sommergetreide wie Hafer oder Mais säen wir im Frühling an, Wintergetreide wie Gerste oder Weizen im Herbst. Wintergetreide braucht nach dem Keimen eine Frostperiode um dann im Frühjahr schossen zu können.

 

Linkes Foto: Zeigt eine Sämaschine, mit der man Getreide ansäen kann.

Mittleres Foto: Nach kurzer Zeit keimt das Getreidekorn und bekommt eine Wurzel und ein Erstlingsblatt.

Rechtes Foto: Aus einem Getreidekorn entwickeln sich mehrere Halme.

Getreide braucht sehr viel Pflege während des Wachstums: Düngen, Spritzen, Striegeln... Was in welcher Form gemacht wird entscheidet unter Einhaltung bestimmter Richtlinien jeder Betrieb selbst. Es gibt in Österreich strenge Auflagen in der Landwirtschaft, was uns zurecht zu einen der Länder mit höchsten Qualitätsstandards bei Lebensmitteln macht. Wir nehmen am Österreichischen Programm für umweltgerechte Landwirtschaft (kurz: ÖPUL) teil und bewirtschaften unseren Betrieb als sogenannte integrierte Landwirtschaft, deren Ziel eine nachhaltige aber auch wirtschaftlich tragfähige Landwirtschaft ist. Auf gut Deutsch heißt das, dass wir zum Beispiel nicht vorbeugend Pflanzenschutzmaßnahmen durchführen sondern nur bei der Notwendigkeit.

Da wir am Betrieb Tiere halten ist es uns möglich eine weitgehend geschlossene Kreislaufwirtschaft zu betreiben. Das bedeutet, dass wir nur auf geringe Zufuhren - sprich Dünger, Futtermittel usw. - von Außen angewiesen sind. Was bei den Tieren an Mist anfällt, verwenden wir als Dünger für unsere Felder, was auf unseren Feldern wächst bekommen unsere Tiere zu fressen.

Im Frühling sehen Getreidefelder so aus, als würde Gras darauf wachsen - das erinnert noch an die ursprüngliche Herkunft des Getreides. Wenn ich SchülerInnen ein solches Foto zeige, kommt immer die Antwort: "Das ist Gras". Einige Wochen später ist es dann schon klarer, was da auf dem Acker wächst. Dann bekommen die Halme nämlich eine Ähre  (Roggen, Gerste, Weizen, Triticale und Dinkel) oder eine Rispe (Hafer). 

Entwicklung einer Getreidepflanze im Vegetationsverlauf

In der Ähre oder Rispe entwickeln sich nach der Bestäubung die Körner. Bis zur Vollreife dauert es einige Woche. Dann ist das Getreide reif und kann geerntet werden. Was früher mühselige Handarbeit war, ist heute in wenigen Stunden mit dem Mähdrescher erledigt. 

Weizen der bald geerntet werden kann.

Mit dem Mähdrescher endet eigentlich auch schon das Getreidejahr. Das Getreide lagern wir in Hochsilos, wo wir es bei Bedarf mit der Schrotmühle mahlen und an die Tiere verfüttern. Meistens setzen wir nach der Ernte gleich wieder eine Frucht - die sogenannte Zwischenfrucht - in Form einer Gründüngung. Das erweitert und verbessert die Fruchtfolge.

Die Getreideernte auf unserem Betrieb

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0